Bericht aus dem Fachbeirat Chemie

Am 7. Dezember 2016 fand in Basel ein trinationaler Kongress der Oberrheinkonferenz zum Thema „Blackout – grossflächiger grenzüberschreitender Stromausfall“ statt: Was passiert, wenn in Ballungsräumen großflächig die Energieversorgung ausfällt? Was passiert mit den Industrieanlagen – gehen die Lichter aus?

In einem Schweizer Krankhaus wurde bei einer Überprüfung festgestellt, dass in diesem Fall die Abwasserpumpen nicht mit Notstrom versorgt werden. Als Folge wäre das Spital binnen einer Stunde nicht mehr handlungsfähig. Nicht bekannt ist, ob es solche Folgen im Ernstfall auch für Industriebetriebe gibt. Auffällig ist jedoch, dass die Unternehmen bei diesem Thema unterschiedlich weit sind.

Das Resumee der Konferenz war dann auch, nicht nach der Eintrittswahrscheinlichkeit zu fragen, sondern zu hinterfragen, wie handlungsfähig die Unternehmen in einem solchen Fall sind. Dabei ist nicht nur die Anlage zu betrachten, sondern auch das Umland: Wie reagiert die Bevölkerung in der Umgebung, wenn bei tagelangen Stromausfällen Warmwasser und Lebensmittel knapp werden und der Betrieb mit seinen Notstromaggregaten zum Ziel der notleidenden Menschen wird? Einen Bericht zur Konferenz gibt es online unter http://cvrp.de/upta517b

„Die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts ist zwar gering, die Tragweite im Ernstfall aber weitestgehend unbekannt.“ Dr. Hubert Lendle

Weitere Themen des Fachbeirates Chemie

Welche Auswirkungen das EuGH-Urteil zum wasserrechtlichen Verschlechterungsverbot hat, ist noch unklar. Die Auslegung wird sich in der Praxis zeigen. Im Grenzfall kann der Ausbau eines Werkes möglicherweise untersagt werden. Da die Entsorgung von Alt-Dämmstoffen mit HBCD (hexabromcyclododecan) als Flammschutz mittelzusatz als gefährlich eingestuft wurde und nicht alle Entsorgungsbetriebe die notwendigen Genehmigungen haben, sind die Entsorgungspreise deutlich angestiegen. Derzeit besteht eine Übergangslösung.