Wir brauchen mehr Industrieakzeptanz

Wir brauchen Industrieakzeptanz

Aus dem Bericht des Hauptgeschäftsführers

Die gute wirtschaftliche Lage überstrahlt momentan alles. Vorsichtige Stimmen will man nicht hören. Politik und Presse malen ein glänzendes Deutschlandbild und liefern vor allem Vorschläge für Umverteilung und dauerhafte Mehrausgaben etwa bei der Rente. Und Veränderungsbereitschaft, zum Beispiel beim Thema Arbeit 4.0, gibt es offenbar nur unter Wahrung aller sozialer Besitzstände.

Gegen eine solche öffentliche Stimmung kommt man mit unseren Themen nur schwer an: Flexibilisierung, Kostensenkung bei der Energie, Ausgabendisziplin bei Rente und Sozialversicherung, steuerliche Forschungsförderung, Industriepolitik für mehr Wettbewerbsfähigkeit am Standort. Aber das heißt nicht, dass wir das hinnehmen.

Seit Monaten bringen wir unsere Positionen an die Politik heran – damit sie sich möglichst in den Wahlprogrammen wiederfinden, im Koalitionsvertrag und dann hoffentlich auch in der Realität. Über den VCI in Frankfurt koordinieren wir uns auf der Ebene Bund-Land, und ebenso gehen wir in der Sozialpolitik vor. Der Bundesarbeitgeber verband Chemie positioniert sich politisch stärker, nicht nur in Berlin. Ein Beispiel ist die neue BAVC-Gemeinschaftskampagne „Die Chemie. Dein Arbeitgeber.“ Themen sind die Tarifkommunikation, aber auch sozialpolitische Themen, wie Rentenpolitik, Arbeitszeit, Zeitarbeit und mehr werden aufgegriffen.

Politik hat ihren Resonanzboden in der öffentlichen Meinung.

Und die öffentliche Meinung ist es letztlich auch, die uns unsere „license to operate“ gibt. Wir brauchen Industrieakzeptanz in der Bevölkerung. Das Image hat sich zwar über die Jahre verbessert, aber eine noch unveröffentlichte Studie des VDI/VDE zeigt, dass in Deutschland nach wie vor nur 59 Prozent die Industrie akzeptieren. Bei den Jüngeren sind nur 43 Prozent für den Bau neuer Industrieanlagen. Ich halte das für einen viel zu niedrigen Wert.

„Wir müssen gemeinsam mehr nach draußen gehen.“ Bernd Vogler

Wir müssen hier mehr tun. Ein wichtiger Schritt dazu ist es, gemeinsam mit der Politik „nach draußen“ zu gehen und für mehr Industrieakzeptanz zu werben. Unser neues Magazin „Wir. Hier.“ ist ein weiterer Baustein. Ich möchte Sie bitten, auf den verschiedenen Ebenen mitzuhelfen, damit unsere Botschaften durchdringen. Entscheidend ist, dass wir auf allen Ebenen – Bund, Land, Europa, Betriebe, Verband – kontinuierlich eine übereinstimmende Botschaft senden. Nutzen Sie unsere Papiere, und sprechen Sie uns gerne an.

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