Fake News - Richard Gutjahr trägt vor

Fake News

Vortrag von Richard Gutjahr

Die Medienwelt, wie wir sie gelernt haben, gibt es nicht mehr. Die digitale Revolution verändert die Spielregeln für Medienmacher, denn die Informationspyramide, nach der die Informationen von „Leitmedien“ in die Wohnzimmer gesendet wurden, steht auf dem Kopf. Das Publikum hat sich emanzipiert und misstraut den Mainstreammedien. Es stellt sich auf Facebook und Twitter eigene Nachrichtenkanäle zusammen und informiert sich dort.

Wir agieren in verschiedenen Welten

Die sozialen Kanäle sind dabei keine neuen Medien, sondern vielmehr die Plattform, auf der das Publikum seine Informationen präsentiert. Die grafische Darstellung der Informationsflüsse auf diesen Plattformen gleicht dabei einem Nervensystem – eine komplexe und verwobene Welt, die sich immer wieder neue Wege sucht, wenn ein anderer Weg versperrt wurde. Der bekannte Journalist Richard Gutjahr zeichnete in seinem Vortrag eine Situation, die deutlich machte, dass die Menschen in Deutschland in verschiedenen Welten unterwegs sind. Die einen in der klassischen Kommunikationswelt, die anderen bereits mitten in der digitalen Revolution.

Das hat Auswirkungen auf die Medien, da ein Tweet von US-Präsident Trump nicht ignoriert werden kann, wenn 33.000.000 Follower bereits über diesen „sprechen“. Nicht die klassischen Medien bestimmen die Nachrichten-Agenda, sondern das Publikum. Und besonders auch die Menschen, die mit der neuen Struktur umzugehen wissen. Wer sich hier Gehör verschaffen will, muss sich intensiv damit auseinandersetzen. Es reicht nicht, sich bei einer Plattform anzumelden und zu posten. Gemeint ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Publikum, um zu verstehen, wie in dezentralen Netzwerken die Mechanismen ablaufen.

Es geht um digitale Empathie

Und Medienmacher sollten mit guten Beispiel vorangehen. Dazu zählen auch Unternehmer und Verbände, die ihre Positionen transparent machen und erklären. Das ist ein Weg ohne große Sicherheiten, da es auch mal nach hinten losgehen kann. Diesen Weg aber nicht zu gehen, ist keine Alternative. Aus eigener Erfahrung weiß Richard Gutjahr über die reinigende Wirkung von Shitstorms zu berichten und erzählte im Dialog mit den Anwesenden, wie er damit umgeht.

„Aus großer Macht entsteht große Verantwortung.“ Spiderman

Wir müssen uns bewusstmachen, dass jeder – ob Medienprofi oder Amateur – ein Individuum mit einer eigenen Geschichte ist. Die digital vermittelte Wahrheit, die auf Fakten basiert, muss nicht per se immer richtiger sein als die subjektive Wahrnehmung des Publikums. Wenn die Unternehmen anerkennen, dass sie in der digitalen Welt auf Augenhöhe mit allen anderen kommunizieren und sich deren Argumente und Gefühlen öffnen, dann werden sie eine Chance in der neuen Welt haben, auch gehört zu werden.

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