Expertenkreis „Betriebliches Gesundheitsmanagement“

Expertenkreis „Betriebliches Gesundheitsmanagement“

Der letzte Tarifabschluss 2016 verlieh dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) nochmals Schwung. Der Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ wurde überarbeitet, der Demografiebetrag kann jetzt auch für einen neuen, zusätzlichen Zweck verwendet werden: die Gesundheitsvorsorge.

Für alle, die BGM betreiben, eine gute Nachricht. Denn BGM ist schon lange Thema in den Betrieben. „Gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg der Unternehmen.“ Dies stellten die Sozialpartner in ihrer Initiative „Gutes und gesundes Arbeiten in der Chemie-Branche“ schon vor über drei Jahren fest.

Was ist überhaupt BGM? Und wie unterscheidet es sich von BGF (Betrieblicher Gesundheitsförderung)? Sind wir in unserem Unternehmen auf dem richtigen Weg? Was machen die anderen Firmen? Das waren die entscheidenden Fragen bei dem ersten Treffen der Ansprechpartner BGM aus den Mitgliedsunternehmen Ende Oktober 2015 in Ludwigshafen. Der AGV lud dazu ein. Die Resonanz war groß; rund zwanzig Ansprechpartner aus den Unternehmen kamen.

Schwerpunkt des halben Tages war der Erfahrungsaustausch anhand der Leitfrage „Welche Gesundheitsmaßnahmen führen wir im Unternehmen durch?“ Heraus kam ein buntes Bild an Angeboten einzelner Maßnahmen und Aktivitäten. Deutlich wurde aber auch der Bedarf an einer Gesamtstrategie zum BGM.

In der Chemie sind Maßnahmen im Rahmen des rechtlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes selbstverständlich. Einige Unternehmen haben bereits Verfahren zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement implementiert. Darüber hinaus reichte die Palette der Antworten von Vorträgen über Ernährung bis zur Förderung der Mitgliedschaft im Fitnessstudio, von der Durchführung eines Gesundheitstages bis zu Angeboten zur Raucherentwöhnung. Im Wesentlichen also unterstützende Angebote, die zusammengefasst als Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bezeichnet werden können. Durch den Austausch wurden die Teilnehmer zusätzlich bei der konzeptionellen Entwicklung angeregt, wie zum Beispiel der Schaffung eines Steuerungskreises BGM.

Abgerundet wurde der Vormittag durch den Beitrag „BGM im Mittelstand“ von Oliver Walle, Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, und das Kurzreferat von Dr. Schneider, leitender Werksarzt von Boehringer Ingelheim, zu „BGM rechnet sich“. Darauf aufbauend war klar, was der Expertenkreis von den zukünftigen Treffen erwartet: einen qualifizierten Austausch über ein praktizierbares BGM im Unternehmen. Als Grundverständnis verknüpft BGM also in einem systematischen, ressortübergreifenden Ansatz alle gesundheitsfördernden
Einzelmaßnahmen zu einer ganzheitlichen Struktur: den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeits- und Gesundheitsschutz, das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), freiwillige Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), sowie das Schnittstellenmanagement zwischen den gesundheitsrelevanten Gestaltungsfeldern im Unternehmen.

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