Die zwei Seiten des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)

Die zwei Seiten des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)

Im Dialog bietet sich die Chance, durch geeignete Maßnahmen die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. Doch was ist, wenn eine krankheitsbedingte Kündigung unvermeidlich ist?

Häufige oder länger andauernde Arbeitsunfähigkeit eines Mitarbeiters einzudämmen liegt im Interesse jedes Unternehmens. Ein Instrument hierfür kann das gesetzlich vorgeschriebene
Betriebliche Eingliederungsmanagement (§ 84 Abs. 2 SGB IX) sein. Es eröffnet den Dialog mit dem erkrankten Mitarbeiter und bietet die Chance, durch passende Maßnahmen
den Gesundheitszustand positiv zu beeinflussen. Voraussetzung ist, dass der Mitarbeiter Aussagen zu seinen gesundheitlichen Einschränkungen trifft. Das setzt Vertrauen voraus, welches
durch eine einfühlsame und selbstreflektierende Kommunikation geschaffen werden kann. Dies kann der das BEM-Gespräch Führende nur mit einer entsprechenden inneren Haltung
erreichen, die entstehen kann, indem man sich in den Mitarbeiter hinein versetzt, auch wenn dessen Verhalten abgelehnt wird. Auch kann es helfen, sich eigene Vorbehalte bewusst zu
machen und ggf. auch anzusprechen, wie z.B. „es fällt mir schwer, Ihnen das zu glauben, weil…“.

BEM und krankheitsbedingte Kündigung

So wichtig der Präventionsgedanke ist, in manchen Fällen ist das Leistungsvermögen des Mitarbeiters so eingeschränkt, dass auch nach Abschluss des BEM eine Weiterbeschäftigung
eventuell nicht mehr möglich ist. Kann eine einvernehmliche Trennung nicht erzielt werden, bleibt nur die krankheitsbedingte Kündigung. Eine solche ist jedoch nur erfolgreich,
wenn das BEM-Verfahren den durch die Rechtsprechung aufgestellten formalen Voraussetzungen genügt. Deswegen gilt es, den Spagat zwischen formal korrektem und trotzdem
den Arbeitnehmer zur Zusammenarbeit ermunterndem BEM hinzubekommen. Ein Weg könnte sein, zunächst ein den Präventionscharakter betonendes Schreiben zu versenden und
erst dann, wenn der Mitarbeiter hierauf nicht reagiert, ein allen nach der Rechtsprechung erforderlichen Hinweispflichten genügendes Schreiben zu verwenden.

Service für mehr Rechtssicherheit

Der AGV bietet hierzu Musterschreiben an. Es empfiehlt sich dringend, diese zu verwenden und nicht eigene Texte zu entwerfen, da hierfür eine genaue und umfassende Kenntnis
der Rechtsprechung, welche ständig im Fluss ist, erforderlich ist. Die Entwicklungen in der Rechtsprechung zu verfolgen und die Musterschreiben regelmäßig anzupassen ist eine
Serviceleistung, die der AGV für seine Mitgliedsunternehmen erbringt.

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