Die Gesundheit strukturieren – ein Kommentar von Christian Metzger

Die Gesundheit strukturieren – ein Kommentar

Ein Kommentar von Christian Metzger, Mitglied des Vorstandes der Chemieverbände RheinlandPfalz und Werkleiter Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA, Bad Kreuznach

„La gaieté, la santé changent l‘hiver en été“.
Charles de Secondat Baron de Montesquieu

Ein französisches Sprichwort besagt: „Fröhlichkeit und Gesundheit verwandeln den Winter in den Sommer.“ Übertragen auf die Wirtschaft bedeutet dies, dass erfolgreiche Unternehmen
eine motivierte und gesunde Belegschaft brauchen. Besonders der Wandel der Arbeitswelt bietet neue Formen der Arbeit. Aber auch die demografische Entwicklung muss besonders in den
Produktionsberufen berücksichtigt werden.

Desto wichtiger ist es, die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Beschäftigten aktiv zu fördern und zu erhalten. Und hier geht es um mehr als gesundes Essen und Besuche im Sportstudio.
Denn der Gesundheitsschutz hat sich in den letzten Jahren vom reinen Arbeitsschutz hin zu einem Gesundheitsmanagement entwickelt. Und auch wenn es in der öffentlichen Wahrnehmung
um dieses Themas etwas ruhiger geworden ist, so rückt das Themenfeld „Gesundheit und Arbeit“ verstärkt in den Fokus der betrieblichen Praxis.

Die häufigsten Ursachen für Ausfalltage sind, so der jüngste BKK-Gesundheitsreport, Muskel- und Skeletterkrankungen, Erkrankungen der Atemwege sowie psychische Störungen. Dabei
sind laut GEDA-Studie von 2012 die älteren Beschäftigten zwar nicht häufiger, dafür deutlich länger erkrankt. Für Unternehmer und Beschäftigte ergibt sich Handlungsbedarf aus verschiedenen Gründen. Zum einen führen Gesundheitsbeeinträchtigungen der Mitarbeiter zu Leistungseinbußen oder gar Ausfällen, und zum anderen wird es im Kampf um junge Talente zunehmend wichtiger, „gesunde“ Arbeitsbedingungen anzubieten.

Zum Gesundheitsmanagement gehört allerdings nicht nur die Verhaltensprävention, bei der die Mitarbeiter unterstützt werden, einen gesunden Lebensstil zu führen. Sondern die
Unternehmen brauchen auch eine passende Führungskultur im Sinne der Verhältnisprävention. Gesundheit wird multikausal beeinflusst und entsprechend vielfältig sind die Ansatzpunkte in
der Personalstrategie.

Unternehmen, die sich mit dem Gesundheitsmanagement beschäftigen, sind auf dem Weg in einen längeren Prozess, der in vorhandene Strukturen eingebunden werden muss oder vorhandene Strukturen verändert. Eine wertvolle Unterstützung bieten die Angebote der Chemieverbände. Daher ermuntere ich unsere Mitglieder, sich Fachwissen aus Ludwigshafen zu holen und
sich am Expertenkreis zu beteiligen, um den Austausch zu fördern und sich gegenseitig zu unterstützen.

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