Ausbildungsberufe in der chemischen Industrie Rheinland-Pfalz

Was meinen Sie? In wie vielen Berufen bilden die Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Chemie in Rheinland-Pfalz aus? „Viele“ kommt oft als Antwort. Das stimmt. Es sind über sechzig verschiedene Berufe, die zurzeit in der Chemie im Land ausgebildet werden. Und das sind nicht nur Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich.

Dies ergab die Umfrage zur Berufestruktur in der Ausbildung bei den Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes (AGV) im letzten Herbst. Wussten Sie, dass in der chemischen Industrie auch Köche, Hotelfachleute und sogar Tierpfleger ausgebildet werden? Oder wer denkt daran, bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zum Fachlageristen oder Gerber sich auch bei der chemischen Industrie zu erkundigen? Gewiss, nicht alle Berufe werden jedes Jahr ausgebildet. Aber immerhin, es zeigt, dass unsere Branche eine bunte und vielfältige ist hinsichtlich ihrer beruflichen Möglichkeiten.

Hinzu kommen noch die unterschiedlichsten dualen Studiengänge, in denen sich rund 240 junge Menschen befinden. Ergänzt wird das „Ausbildungsportfolio“ noch durch Angebote zur Einstiegsqualifizierung, die helfen, sich auf die Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses vorzubereiten.

Unternehmen brauchen Chemikanten

Der meist ausgebildete Beruf in unserer Branche ist der Chemikant. Das ist schon seit Jahren so und er liegt auch mit großem Abstand vorne – sowohl im Bund als auch im Land. Ein Zeichen, dass in der chemischen Industrie noch viel produziert wird. Platz zwei bei uns in Rheinland-Pfalz belegt der Chemielaborant, dicht gefolgt vom Elektroniker Automatisierungstechnik. Mit etwas Abstand folgen der Industriemechaniker und auf Platz fünf des Rankings mit den Industriekaufleuten der erste kaufmännische Ausbildungsberuf. Auf Bundesebene tauchen zwar diese Berufe ebenfalls auf den ersten fünf Plätzen auf, aber in einer anderen Reihenfolge: Industriekaufleute (2), Chemielaboranten (3), Industriemechaniker (4) und Elektroniker Automatisierungstechnik
(5).

Ausbildung Statistik Chemie 2016

Die sogenannten MINT-Berufe bilden mit vier Fünftel aller Ausbildungsverhältnisse den Schwerpunkt in der Chemie. Damit liegt Rheinland-Pfalz mit zehn Prozentpunkten über dem Bundeswert. Die typischen naturwissenschaftlichen Berufe wie Chemikant und Chemielaborant machen auch bei den MINT-Berufen den größten Anteil aus. Das war bei der letzten Erhebung
2011 noch anders. Damals stellten die gewerblich-technischen Berufe den größten Anteil.

Dual Studierende absolvieren ihre Berufsqualifizierung je zur Hälfte im Ausbildungsbetrieb und an der Partner-Hochschule. Der Anteil der „Dualis“ liegt bei rund acht Prozent gemessen an der Zahl der klassischen Berufsausbildung.

Handlungsdruck auf die Betriebe steigt

Mit der Erhebung der Berufestruktur wurde erstmals nachgefragt, welche Herausforderungen sich bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen für die Betriebe ergeben. Auch wenn die Bewerbersituation je nach Berufsbild regional und lokal sehr stark schwankt, so ist doch festzustellen, dass es zunehmend schwieriger wird, die angebotenen Ausbildungsplätze adäquat
zu besetzen. Die häufigsten Ursachen sehen die Unternehmen in den zu geringen Bewerberzahlen für manche Berufe, in der mangelnden Eignung der Bewerber und in der fehlenden Berufsorientierung. Verstärkend wirkt der Trend zu höheren Schulabschlüssen und zur Aufnahme eines Studiums.

Die Unternehmen reagieren darauf mit verstärktem Ausbildungsmarketing, mit einem ausgeweiteten Angebot an Praktikumsplätzen und mit Kooperationen mit Schulen. Insbesondere zum Ausbildungsmarketing bietet der AGV vielfältige Unterstützung. Der „Chemie-Azubi“ (www.chemie-azubi.de) ist ein Blog für potentielle Auszubildende und erlaubt einen Blick direkt hinein in die betriebliche Ausbildung. Mit „Elementare Vielfalt“  (www.elementarevielfalt.de) stellen die Chemie-Arbeitgeberverbände eine bundesweite Plattform zum Ausbildungsmarketing mit Stellenbörse und Berufsinformationen.

Hier können Sie den Artikel teilen: